Inhalt

­Die Künstlerin

Hier erfahren wir, wie die Künstlerin Dagmar Pachtner arbeitet!

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Die Frage, wie eine Stätte des Gedenkens gestaltet sein soll - insbesondere dort, wo es um Orte des Erinnerns an Krieg, Vertreibung und Völkermord geht - stellt sich für Dagmar Pachtner in der Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Ort und Geschehen immer wieder von Neuem. Mit künstlerischen Mitteln dazu beizutragen, solche Geschehnisse nicht dem Vergessen anheimfallen zu lassen, sondern die Erinnerung daran für Gegenwart und Zukunft wach zu halten, ist eine große Herausforderung: Für die Komplexität der Ereignisse, die wachsende Ferne der Begebenheiten und die Unfassbarkeit der Geschehnisse gilt es eine Form zu finden, die Brücke sein kann in eine Gegenwart, wo Wissen schwindet, Zeugenschaft stirbt, Erfahrung verloren geht und Indifferenz wächst.

Video zum Thema "Ingolstadt im Nationalsozialismus":


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Sonderzeichen (SZ)

SZ

Dagmar Pachtner antwortet auf diese Herausforderung konzeptuell, situativ und in einer mehrdimensionalen Strategie. Der Komplexität und Kontingenz der Ereignisse setzt sie eine formale Strenge entgegen, die schlüssig und doch überraschend erscheint. Ob sie einem chaotischen Erdfeld ein streng quadratisch abgezirkeltes Wiesenfeld entgegenstellt, ob sie die Kuben, Podeste und Steine der im Park vorhandenen Denk- und Mahnmale in einer strikt linearen zeitlichen Abfolge neu anordnet oder ob sie „Wege der Erinnerung“ zu einem präzisen asymmetrischen Kreuz verschränkt – immer stellen sich diese Anordnungen mit ihrer geometrischen Exaktheit dem Betrachter in den Weg, irritieren ihn, setzen ihn in Bewegung. Wege weisen eine Richtung, Mauern versperren, bringen zum Stillstand, lenken den Blick.

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Dagmar Pachtners Konzeptionen sind in diesem Sinne immer performativ. In vielen Arbeiten und Serien hat sie sich mit menschlichen Grundpositionen und -bewegungen auseinandergesetzt: dem Liegen, dem Sitzen, dem Gehen, dem Laufen. Diese Erkenntnisse fließen in ihre monumentalen ortsbezogenen Arbeiten ein: nicht nur geistig, auch körperlich lassen wir uns bewegen, nehmen einen Standpunkt ein, werden zu Stellungnahme gefordert.

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Bildergalerie

Pressespiegel:

Adressliste

  • Projekt "Opfer des Nationalsozialismus"

    Stadtarchiv Ingolstadt
    Projektgruppe "Opfer des Nationalsozialismus

    Auf der Schanz 45
    Stadtmuseum Ingolstadt
    85049 Ingolstadt

  • Mahn- & Gedenkstätte im Luitpoldpark

    Parkstraße
    85049 Ingolstadt


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Dagmar Pachtner geht es dabei nicht um Überwältigung, sie führt uns vielmehr in ganz persönliche Begegnungen mit Einzelschicksalen, wobei sie auch neue Medien nutzt, um diese lebendig werden zu lassen: Am Stuttgarter Flughafen hören wir einen Mauerweg entlang die Namen der Gefangenen, gesprochen durch heute lebende Mitbürger; die Blauen Stelen in Ingolstadt stellen uns die Bilder ermordeter Mitbürger vor Augen – mitten in der Stadt, in der sie einst lebten – geben den Opfern ein Gesicht, eine Identität, zwingen uns zur „Stellungnahme“, konfrontieren uns mit unserer Verantwortung.

Projekt "Opfer des Nationalsozialismus"

Stadtarchiv Ingolstadt
Projektgruppe "Opfer des Nationalsozialismus

Auf der Schanz 45
Stadtmuseum Ingolstadt
85049 Ingolstadt

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Wenn Dagmar Pachtner nicht ohnehin mit den je eigenen Besonderheiten der eingesetzten Materialien und ihrer haptischen und emotionalen Beschaffenheit arbeitet, so verwendet sie Farben - dunkles Rot, tiefes Blau - sparsam und gezielt. Das auratische Blau der Stelen aber bedeutet uns: Die Geschichte ist uns nah, so fern sie auch sein mag. In ihrem aktuellen Projekt „sky-scraping“ fotografierte die Künstlerin ein ganzes Jahr lang täglich an der gleichen Stelle und zur gleichen Zeit einen Ausschnitt des Himmels. An einer digitalen Schnittkante lösen sich diese Aufnahmen jeweils auf und bilden einen visuellen Zeitfluss – einen Fluss, in dem Vergangenheit und Zukunft für einen Moment in eins fallen – dem Punkt der fragilen Gegenwart. Dort stehen wir.